Fliegen trägt verhältnismäßig wenig zum Klimawandel bei. Nur etwa 3,5% des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes schreibt man dem Flugverkehr zu. Jedoch genügt ein kleiner Perspektivenwechsel um zu erkennen, dass die Lage wahrscheinlich wesentlich kritischer ist, als diese eine Zahl vermittelt. Denn sie stammt aus dem Jahre 1992 und seitdem ist der Flugverkehr sicher nicht geschrumpft. Es könnten daher aktuell sogar um die 9% sein.
Verschärft wird die Situation dadurch, dass Flugzeuge nicht nur CO2 ausstoßen, sondern auch zur Wolkenbildung beitragen (Kondensstreifen) und damit die Erwärmung beschleunigen. Der überproportional hohe Beitrag hat also auch etwas mit dem Ort des Schadstoffausstoßes, nämlich in 10 km Höhe über dem Boden, zu tun.
Bei sonst gleichem CO2 Ausstoß von einer Tonne kann man übrigens mit dem Flugzeug nur 3000km weit reisen; mit der Bahn kommt man hingegen 17000 km weit.
Nun hat gerade die Reisebranche, also die Reiseveranstalter und die Reisebüros, ein Interesse daran, Flugreisen zu verkaufen. Solche Reisen sind verhältnismäßig teuer – im Vergleich zu Reisen im Inland. Man verdient daher besser, als mit den ebenso beratungsintensiven Inlandsreisen, die jedoch wesentlich weniger Einnahmen bringen. Vor diesem Hintergrund steckt die Reisebranche in einem Dilemma. Sie fördert ein Verhalten, das die Umwelt stark belastet, und ist wirtschaftlich fast schon darauf angewiesen, vom eingeschlagenen Verkaufsweg nicht abzuweichen, wenn sie nicht kurzfristig massive Einbussen erleben will.
Dennoch muß die Branche nach Auswegen suchen. Die Kunden werden Reiseprodukte fordern, die mit dem wachsenden Bewusstsein für den Klimawandel vereinbar sind. Darin besteht eine Chance. Die Gesetzgebung wird das ihrige tun, mit Hilfe von Abgaben und Steuern Nachfrage und Angebot auch am Klimaeffekt der Produkte auszurichten. Außerdem wird der Markt selbst die Akzente neu setzen, denn die Verknappung von Rohstoffen, speziell fossilen Brennstoffen, wird sich nirgendwo so drastisch auswirken wie im Flugverkehr.
Wir werden daher mit Sicherheit schon bald deutliche Veränderungen im Tourismus wahrnehmen. Es wird zu Verschiebungen bei den Destinationen kommen, das Transportmittel Bahn wird vermutlich stärker nachgefragt werden als zuletzt. Und speziell die Reisebüros werden sich fragen müssen, wie sie in Zukunft Geld verdienen wollen, wenn das lukrative Segment der Flugreisen schrumpft. Ohne Zweifel wird in diesem Zusammenhang der Onlinevertrieb von Reisen eine besondere Rolle spielen.
Für den Augenblick verweisen wir darauf, daß wir schon seit einiger Zeit Reiseziele im Programm haben, die per eigener Anfahrt oder mit der Bahn erreichbar sind. Neben Deutschland, Österreich und Schweiz sind auch Italien oder Kroatien dabei.
Unser Tipp:
Starten Sie Ihren Urlaub bereits von Zuhaus aus, in dem Sie bequem und flexibel mit dem Taxi zum Flughafen fahren lassen.