Archiv nach Monaten: Dezember 2009

Wirtschaftskrise und Reisepreise

Keine Frage, die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf die Reisebranche aus. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz hat, womöglich gerade nach Arbeit sucht, sorgt sich nicht mehr um Urlaub, denn Reisen ist Luxus. Das gilt selbst dann, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in einem hochentwickelten Land wie Deutschland. Reisen ein Phänomen der Massen ist und ein spezialisierte Dienstleistungsbranche mit effizienten Methoden darum bemüht ist, Reisen für jedermann zu produzieren und zu verkaufen. In der Tat gehören Reisen in Deutschland so sehr zum Standard, dass eine gewöhnliche Urlaubspauschalreise in den Warenkorb der Ökonomen aufgenommen wurde. Da liegt sie nun zusammen mit Butter, und Brot und hilft, die Inflation zu messen. Dabei hat sie einiges Gewicht, denn immerhin kostet eine Reise deutlich mehr als die meisten Grundnahrungsmittel.

Wenn also angesichts der Krise die Menschen nicht mehr reisen, dann hat die Preisentwicklung solcher Reisen einen nachhaltigen Effekt auf die Inflationsrate. Tatsächlich kann man beobachten, dass Endverbraucher in Wirklichkeit nicht weniger, sondern eher kostenbewußter oder kürzer reisen. Dabei kommt es zu Verschiebungen bei den bevorzugten Reisezielen. Es wundert also niemanden, wenn Hoteliers in Fernzielen mit leeren Zimmern zu kämpfen haben, während es in der Nähe des sogenannten Quellmarktes noch nicht annähernd so schlimm aussieht. Hoteliers reagieren in der Regel mit deutlichen Preisanpassungen, denn nichts ist schlimmer als ein leerstehendes Hotel. Lieber das Zimmer billig abgegeben und die Chance auf Deckungsbeiträge in gefüllten Restaurants wahren, als überhaupt keine Gäste.

Man darf also davon ausgehen, dass im kommenden Jahr einige Reiseziele deutlich preiswerter zu buchen sein werden, als bis anhin. Die Türkei ist sicher ein Kandidat. Sie war schon immer bekannt für ein gutes Preisleistungsverhältnis, welches jetzt wohl noch besser werden wird. Daß dabei die Qualität nicht auch unter Druck gerät, liegt im Interesse der Reiseveranstalter. Sie handeln mit den Hoteliers die Preise für die Saison aus und wollen natürlich sicher gehen, dass welchem Preis auch immer eine angemessene Leistung gegenübersteht.

Geschäftsreisende reagieren übrigens viel empfindlicher auf fallende Profite. Da sie in der Regel weisungsgebunden reisen, bleiben sie häufig kraft Diktat der Reisekostenmanager zu Hause und schalten stattdessen Videokonferenzen. Entsprechend sind Geschäftshotels viel dramatischer von der Krise betroffen als Urlauberhotels. Preissenkungen führen dann nur sehr bedingt zu einer besseren Kapazitätsauslastung.

Eine besondere Situation haben wir übrigens in Deutschland. Soeben wurde das Wachstumsförderungsgesetz vom Bundestag beschlossen. Es beinhaltet eine Senkung der Mehrwertsteuer für Hotels auf 7%. Denkbar wäre, dass nun die Hoteliers diese Senkung an die Gäste weiterreichen. Sicher wird das auch hier und da passieren, aber gerade in den Geschäftshotels erscheint die Preissenkung unwahrscheinlich. Vielmehr bleiben die Preise stabil, und die Differenz wandert auf direktem Weg in die Taschen der Hoteliers. So sehen Steuergeschenke aus.

Fröhliche Weihnachten

Fliegen. Aktiver Klimaschutz sieht anders aus.

Fliegen trägt verhältnismäßig wenig zum Klimawandel bei.  Nur etwa 3,5% des vom Menschen verursachten Treibhauseffektes schreibt man dem Flugverkehr zu. Jedoch genügt ein kleiner Perspektivenwechsel um zu erkennen, dass die Lage wahrscheinlich wesentlich kritischer ist, als diese eine Zahl vermittelt. Denn sie stammt aus dem Jahre 1992  und seitdem ist der Flugverkehr sicher nicht geschrumpft.  Es könnten daher aktuell sogar um die 9% sein.

Verschärft wird die Situation dadurch, dass Flugzeuge nicht nur CO2 ausstoßen, sondern auch zur Wolkenbildung beitragen  (Kondensstreifen) und damit die Erwärmung beschleunigen. Der überproportional hohe Beitrag hat also auch etwas mit dem Ort des Schadstoffausstoßes, nämlich in 10 km Höhe über dem Boden, zu tun.

Bei sonst gleichem CO2 Ausstoß von einer Tonne kann man übrigens mit dem Flugzeug nur 3000km weit reisen; mit der Bahn kommt man hingegen 17000 km weit.

Nun hat gerade die Reisebranche, also die Reiseveranstalter und die Reisebüros, ein Interesse daran, Flugreisen zu verkaufen.  Solche Reisen sind verhältnismäßig teuer – im Vergleich zu Reisen im Inland.  Man verdient daher besser, als mit den ebenso beratungsintensiven Inlandsreisen, die jedoch wesentlich weniger Einnahmen bringen. Vor diesem Hintergrund steckt die Reisebranche in einem Dilemma. Sie fördert ein Verhalten, das die Umwelt stark belastet, und ist wirtschaftlich fast schon darauf angewiesen, vom eingeschlagenen Verkaufsweg nicht abzuweichen, wenn sie nicht kurzfristig massive Einbussen erleben will.

Dennoch muß die Branche nach Auswegen suchen. Die Kunden werden Reiseprodukte fordern, die mit dem wachsenden Bewusstsein für den Klimawandel vereinbar sind. Darin besteht eine Chance.  Die Gesetzgebung wird das ihrige tun, mit Hilfe von Abgaben und Steuern Nachfrage und Angebot auch am Klimaeffekt der Produkte auszurichten.   Außerdem wird der Markt selbst die Akzente neu setzen, denn die Verknappung von Rohstoffen, speziell fossilen Brennstoffen, wird sich nirgendwo so drastisch auswirken wie im Flugverkehr.

Wir werden daher mit Sicherheit schon bald deutliche Veränderungen im Tourismus wahrnehmen. Es wird zu Verschiebungen bei den Destinationen kommen, das Transportmittel Bahn wird vermutlich stärker nachgefragt werden als zuletzt. Und speziell die Reisebüros werden sich fragen müssen, wie sie in Zukunft Geld verdienen wollen, wenn das lukrative Segment der Flugreisen schrumpft.  Ohne Zweifel wird in diesem Zusammenhang der Onlinevertrieb von Reisen eine besondere Rolle spielen.

Für den Augenblick verweisen wir darauf, daß wir schon seit einiger Zeit Reiseziele im Programm haben, die per eigener Anfahrt oder mit der Bahn erreichbar sind.  Neben Deutschland, Österreich und Schweiz sind auch Italien oder Kroatien dabei.
Unser Tipp:
Starten Sie Ihren Urlaub bereits von Zuhaus aus, in dem Sie bequem und flexibel mit dem Taxi zum Flughafen fahren lassen.

Nebenbei bemerkt…

hat die Bayerische Landesbank mit dem HGAA (Hypo Group Alpe Adria) – Deal 3,75 Milliarden Euro Steuergelder versenkt. Als Touristiker stellen wir dazu mal fest, dass dafür insgesamt 8.187.773 (achtmillioneneinhundersiebenundachtigtausendsiebenhundertdreiundsiebzig) Familien mit jeweils zwei Kindern unter 14 Jahren einen fünftägigen Erholungsurlaub incl. Halbpension im schönen bayerischen Wald machen könnten.

Hier ist der Beweis:

http://www.onlineweg.de/eigenanreise-kurz-mal-weg-de_engine_4_403.php

Obwohl die neue Familienministerin Kristina Köhler keine eigene Familie hat, könnte sie das vielleicht genauso interessieren wie über 8 Millionen Familien deren Geldbeutel für einen Urlaub leider schon lange nicht mehr reicht?

Hotelinformationen in unserer Buchungsstrecke

Was für einige unserer Nutzer selbstverständlich ist,  ist anderen vielleicht noch nicht aufgefallen. Es ist die Rede von unserer Buchungsstrecke und ihren diversen Features.  Unter Buchungsstrecke verstehen wir die Oberfläche, mit der unsere Kunden durch die Suche nach Reiseangeboten in unserer Datenbank geführt werden. Jeweils am Ende einer Suche steht die Möglichkeit, eine Reise auch zu buchen, daher der Name: Buchungsstrecke.

Jetzt aber zu den Besonderheiten der Buchungsstrecke, wobei wir diesmal nur auf eine Auswahl eingehen möchten.

  1. Wie ein Hotel von Gästen beurteilt wird, ist oft ein zentrales Kriterium für die Buchungsentscheidung.  Wir haben daher die Auswahl bestimmter Merkmale in die Hauptbuchungsmaske integriert. So kann man etwa nach Hotels suchen, die eine bestimmte Mindestbewertung erzielt haben oder von mindestens soundsoviel Urlaubern bewertet wurden.  Die Informationen stammen von Kunden, die in den Hotels ihren Urlaub verbracht haben und nach der Heimkehr anhand einiger Fragen ihre Beurteilung und Kritik ausdrücken.
  2. Für die ausgewählten, individuellen Kriterien stellen  wir eine Liste von passenden Hotels dar. Für jedes einzelne dieser Hotels zeigen wir an, welche durchschnittliche Bewertung es erzielt hat und wieviele Bewertungen vorliegen.  Der kleine Link „jetzt lesen“  öffnet ein Fenster mit Details zu den Bewertungen.  Hier kann man sich darüber informieren, wie das Hotel von z.B. Singles oder Familien beurteilt wurde, und wie hoch die Rate der Weiterempfehlungen ist. Jede einzelne Beurteilung ist abrufbar. Man kann sie sogar nach Reisemonat oder nach Güte der Bewertung sortieren.
  3. Sobald man ein bestimmtes Hotel ausgewählt hat, kann man sich für jedes einzelne Angebot in der Liste die Hotelbeschreibung aufrufen, und zwar so, wie sie vom anbietenden Veranstalter kommt. Neben der schriftlichen Beschreibung gibt es Hotelbilder und in manchen Fällen sogar Panoramen oder Videos.  Aber damit nicht genug. Auch die Hotelbewertungen sind hier noch einmal einsehbar. Dazu Informationen über die nähere Umgebung des Hotels, etwa welche Strände oder Sehenswürdigkeiten erreichbar sind oder welche Sportmöglichkeiten geboten werden. Eine Karte, Regions- und Wetterinfos runden die Palette ab.

Bei anderer Gelegenheit stellen wir weitere Besonderheiten unserer Buchungsstrecke vor.  Wir hoffen aber, daß diese Informationen hilfreich sind und freuen uns auf Fragen oder Feedback.

Vertrauen in die Onlinebuchung von Reisen

Vertrauen. Um nichts weniger geht es den Bestagern, also Menschen, die auf einige Lebensjahre zurückblicken und daher über ein gerüttelt Maß an Erfahrungen verfügen. Von Zielgruppe wird gerne gesprochen, was allerdings eine unnötige Distanz herstellt. Zudem entsteht der Eindruck, Vertrauen sei für andere Leute kein Thema. Aber der Reihe nach.

DMC digital media hatte bei eResult eine Studie über das Umsatzpotential bei über 55-jährigen beauftragt. Es ging um die hohe Reisebereitschaft dieser Gruppe und ihre wachsende Neigung, Reisen im Internet zu recherchieren und zu buchen. Einzelheiten finden sich hier http://www.internetworld.de/Nachrichten/Zahlen-Studien/Zielgruppe-reiselustige-Bestager-23132.html Wir denken, man kann zusammenfassen, dass sich die Gruppe 55+ zwischen den Polen Angebotsvielfalt und Vertrauen bewegt. Angebotsvielfalt hat dabei verschiedene Facetten wie z.B. der Preis an sich, Angebotstransparenz, Verfügbarkeit von Schnäppchen.  Vertrauen hingegen setzte sich zusammen aus persönlichen Ansprechpartnern und lokaler Nähe.

Bestager legen also tendenziell Wert auf eine vertrauensvolle Beziehung zum Reisebüro, ohne deswegen das Internet als Werkzeug für Informationsbeschaffung und Recherche abzulehnen. Läuft da etwas falsch? Reine Online-Reisebüros haben den ökonomischen Vorteil, dass sie beliebig skalierbar sind, keine physischen Räumlichkeiten benötigen und sich somit sehr flexibel der Nachfrage anpassen können. Dennoch scheint es ihnen nicht zu gelingen, diesen Vorteil bei den Bestagern zu kapitalisieren. Würden diese sonst nach der Webrecherche im Reisebüro buchen? Noch dazu wo die offline-Preise wegen geringerer Transparenz und der höheren Betriebskosten nicht eben die niedrigsten sind?

Die Nähe und der persönliche Kontakt stiften Vertrauen. Der Kunde bucht also immer noch (oder schon wieder?) offline, wenn er dabei nur ein gutes Gefühl hat. Das muss man nicht weiter hinterfragen, weil es nachvollziehbar ist. Wer aber sagt, dass das Offline-Reisebüro nicht geradeso günstig ist wie das Online-Reisebüro? Tatsächlich schöpfen die Reisebüros unabhängig davon, ob sie sich dem Kunden real oder virtuell präsentieren, weitgehend aus den gleichen Angebotstöpfen.

Wahrscheinlich liegt die Chance darin, den Bestagern – und allen anderen Menschen auch -, klarzumachen, dass das physische Reisebüro in Sachen Preis und Angebotsvielfalt absolut konkurrenzfähig ist, aber beim Vertrauen einen großen Vorsprung hat. Haben es die physischen Reisebüros nicht geradezu verpasst, die vermeintliche Schwäche beim Preis zurechtzurücken und die eigene Preiswürdigkeit zu betonen?  Von den hunderten reinen Onlinereisebüros haben die wenigsten etwas zu bieten, was es offline nicht besser und preiswerter gäbe.

Sicher eine Herausforderung fürs Marketing, wenn auch keine besonders schwere: Die Kunden brauchen eine Internetplattform für die Recherche. Jeder kann dort buchen, der will. Allen anderen wird der Weg in ein angeschlossenes Reisebüro geboten.  Wer das Reisebüro an der Ecke durch eine verlässliche Reisewebsite stärkt, kann hier nur gewinnen. Nicht nur Vertrauen. Und nicht nur bei den Bestagern.